Partielle Mondfinsternis im Juli

Vom 16. auf den 17. Juli 2019

[wpdevart_countdown text_for_day=“Tage“ text_for_hour=“Stunden“ text_for_minut=“Minuten“ text_for_second=“Sek.“ countdown_end_type=“date“ end_date=“16-07-2019 21:00″ start_time=“1562581683″ end_time=“0,1,1″ action_end_time=“hide“ content_position=“left“ top_ditance=“10″ bottom_distance=“10″ countdown_type=“button“ font_color=“#000000″ button_bg_color=“#3DA8CC“ circle_size=“130″ circle_border=“5″ border_radius=“8″ font_size=“30″ countdown_font_famaly=“monospace“ animation_type=““]die nächste Finsternis komt 2020[/wpdevart_countdown]

Allgemeine Vollmond-Fototipps finden sich hier

Erst vor wenigen Monaten gab es eine totale Mondfinsternis, einen sogenannten Blutmond, Ich war sicherlich nicht der einzige Fotograf, der hinterher infolge schlechter Wetterbedingungen keinerlei Aufnahmen vorweisen konnte. Dabei gelte ich in meinem Bekanntenkreis schon als mondsüchtig. Ich versuche so oft wie möglich einen Vollmondtermin in meine Fotoreisen einzuplanen und bestimme schon zu Hause wo der Aufnahmestandpunkt sein soll. Trotz aller Planung – das Wetter muss mitspielen. So gibt es von der Golden Gate nur eine Brücke im Vollmondlicht.

Was nützt der schönste Vollmond, wenn er sich versteckt

So wie es jetzt aussieht, bekomme ich schon bald einen neue Chance für außergewöhnliche Mondbilder, denn in wenigen Tagen gibt es eine partielle Mondfinsternis. Die wird mit großer Wahrscheinlichkeit gut in Deutschland, zumindest in Bayern, zu beobachten sein wird. Der langfristige Wetterbericht ist sehr vielversprechend. In der Nacht von Dienstag, 16. auf Mittwoch, 17. Juli ist eine partielle Mondfinsternis zu bestaunen und natürlich zu fotografieren. Dabei wird der Mond bis zu 66 Prozent verfinstert werden. Die Finsternis beginnt mit Mondaufgang um 21.02 Uhr, die stärkste Verfinsterung findet gegen 23:30 Uhr und endet um 02:17 Uhr.

Vollmond auf Sylt
Vollmond und Leuchtturm Kampen

Genaue Daten und Zeiten für die verschiedensten Orte findet man unter diesem Link https://www.timeanddate.de/finsternis/in/deutschland/muenchen

Mit Kompass

Schon mit Schon mit Hilfe eines Kompasses, der auf jedem Smartphone vorhanden ist, lässt sich frühzeitig herausfinden, wo der Mond aufgeht und die Finsternis endet, sie beginnt bei 120° und endet bei 192°. Wenn man sich nun daran erinnert, dass der Osten auf dem Kompass bei 90 Grad anzeigt wird, ist die Stelle, wo alles Beginnt, schnell und genau heraus zu finden. Bei 180 Grad zeigt die Kompassnadel genau gen Süden und so geht die Finsternis leicht in Richtung Süd Süd West unter.
Fotografisch gibt es bei diesem Motiv keine größeren Probleme und eine Brennweite von 200 mm (Vollformat) – mit Landschaft oder 300 mm bei APS sind ideal, wenn nur der Mond aufs Bild soll. Wer mit der Belichtung zur Blauen Stunde klar kommt, vor höheren ISO-Werte keine Angst hat, kann die partielle Finsternis allein oder mit Umfeld gut im Bild festhalten. Unten ist eine kurze Checkliste und ein Link zu allgemeine Fototipps für Volmond und Mondfinsternis

Vollmond mit Möve
Vollmond über Venedig

Empfehlenswerte Apps

Zu Hause, schon am Computer oder Notebook lässt sich die Monfinsternis-Session gut planen. Unter https://www.mondverlauf.de oder https://www.mooncalc.org/  Man setzt den Markierungspunkt auf die Location, die im Bild zu sehen sein soll. Nun muss man diesen roten Punkt verschieben, aber so, dass die gelbe Mondlinie beim Motiv bleibt. So sucht man den Standpunkt, von dem aus fotografiert werden kann. Dieses Programm gibt es auch als kostenlose Smartphone App.

Zwei weitere bekannte Apps sind Moonseeker, die es scheinbar nur noch für IOS gibt. Bekannter ist The Photographer’s Ephemeris (3,99 €) Mit jeder dieser App fürs Smartphone ist es recht einfach zu planen, wie der Mond in die Landschaft oder in eine Stadtsilhouette eingeplant werden kann.

Am Computer mit Mondverlauf die Fotosession planen

Die beste App für alles was mit Sonne Mond und Sterne zu tun hat heißt PhotoPillls. Diese App kostet zwar 10,99 €. Sie ist jeden Cent davon Wert. Alle Begriffe sind und die Bedienung kann in deutscher Sprache erfolgen.  Leider sind alle – und es sind sehr ausführliche Unterlagen –  nur in Englisch. Eine ausführliche Besprechung der App folgt in Kürze

Ja, innerhalb von Sekunden weiß der Fotograf wo Mond Sonne oder die Milchstraße zu sehen sind, erhält den passenden Zeitpunkt dazu. Das Auffinden des Mondes, der Sonne oder der Sterne kann über die Kompassangaben erfolgen. Doch einfacher ist die Einstellung AR, die visuelle Suche bei eingeblendeter Realität. Die App kann eigentlich alles, was Fotografen in diesem Bereich erwarten. Ganz gleich, ob es dabei um die längst mögliche Zeit für Sternbilder ohne Spuren geht oder Empfehlungen für Sternspuren, aber nicht pauschal sondern für die eigene Kamera und Brennweite.

Checkliste

  • Teleobjektiv bis 200 Millimeter in der Landschaftsfotografie, wenn die Landschaftsdetails nicht mehr als 1 km entfernt sind, bis 800 mm, wenn der Vordergrund mehrere Kilometer entfernt ist. Das sind Angaben für das Vollformat, APS und alle anderen mit Cropfaktor kommen mit der Hälfte (auf dem Objektiv angegebenen Brennweitenwert) aus.
  • Stativ (hier unbedingt den Bildstabilisator am Objektiv deaktivieren)
  • Fernauslöser
  • Sinnvoll Smartphone zur Steuerung
  • Bei DSLRs: Spiegelvorauslösung aktivieren
  • kurze Belichtungszeit (Bewegungsunschärfe des Mondes kann schon bei 1/60 Sekunde auftreten)
  • lieber 400 ISO und 1/250 Sekunde Belichtungszeit als 1/30 mit 100 ISO. Wer nach Histogramm „mnach rechts“ belichtet hat wenig Probleme mit Rauschen und die aktuellen Entwicklungsprogramme kommen damit sehr gut zurecht.
  • mindestens um einen Blendenwert abblenden (im Vergleich zur Anfangsblende)
  • Weissabgleich auf Tageslicht oder einen Wert um 6200 Kelvin einstellen
  • AF-Einstellung. Wie immer bei Stativaufnahmen die Scharfeinstellung manuell vornehmen, nach abshalten des eventuell vorhanden Stabilisators – und mögliche Einstellhilfen wie Fokuspeak, das akustische Signal (Canon, Nikon und?) sowie die mehrfache, idealerweise 10fache Vergrößerung nutzen.  Nur bei reinen Mondaufnahmen den Fokus auf den Mond selbst, sonst besser auf das Hauptmotiv und mit hyperfokaler Einstellung den Schärfebereich festlegen..
  • Unbedingt Raw-Format nutzen
  • Histogramm kontrollieren, am Mond darf nichts blinken, wenn ja, dann auf Minus korrigieren.
  • Bei „Stress“ eine 3er Belichtungsreihe mit 1 oder 1 1/2 EV-Unterschied aufnehmen  zum Anfang

Hier ein englischsprachiger Beitrag zu Vollmondfotografie und ein englischsprachiges E-Book speziell zum Fotografieren einer Mondfinsternis mit PhotoPills.

Checkliste für Mondbilder, auch Mondfinsternis

Vorbereitung: Was wird neben der Fotoausrüstung eventuell noch benötigt?

  • Taschenlampe, besser Stirnlampe – Smartphone verbraucht viel Energie und wird wahrscheinlich für einige Apps dringend benötigt.
  • Ein Rotfilter vor der Stirn- oder Taschenlampe ist hilfreich.
  • Smartphone- Für ein externes Ladegerät sorgen, so dass das Smartphone im Auto oder noch besser mit externem Akku Pack aufgeladen werden kann. Die neuesten Geräte zeigen die Kapazität und den Ladezustand an. Unbedingt ein paar Tage vorher aufladen.
  • Akku und Ersatz Akkus vorher noch einmal aufladen. Bei Liveview kann die Batterie – falls älter als 3 Jahre – schon nach 2 Stunden lehr sein. Meine Ladegeräte lassen sich an der Autobatterie oder am Akkupack unterwegs verwenden.
  • Motordrive – wer häufiger Nacht– oder Mondaufnahmen fotografieren möchte, sollte rechtzeitig über einen batterie- oder akkubetrieben  Motordrive bei seiner DSLR nachdenken, denn die gibt es mittlerweile schon  80 €.
  • Batterien für Fernauslöser und Blitzlicht überprüfen, aufladen oder Ersatzbatterien besorgen. 
  • Campingstuhl – damit man nicht stundenlang neben der Kamera stehen muss.
  • Getränke, Thermokanne mit Warmgetränk, denn auch im Jul kann es gegen Mitternacht noch recht kalt werden. Doch mehr stört eventuell der Wind. Andere Getränke?
  • Batterien für Fernauslöser und Blitzlicht überprüfen, aufladen oder Ersatzbatterien besorgen.
  • Schutzfilter abnehmen – außer Astrofilter – 
  • Wichtiger – Gegenlichtblende –  auch oft Sonnenblende genannt benutzen
  • Alle Kamerafunktionen ausprobieren oder einstellen wie Belichtungsprogramm A (Av) oder M
  • Wo ist die Spiegelvorauslösung (bei DSLR)
  • Wo ist die Abblendtaste (auch bei Spiegellosen)
  • ISO-Automatik abschalten und 200 ISO einstellen
  • Ist die Überbelichtungswarnanzeige oder das Zebra eingeschaltet, damit man nach oder vor der Aufnahme über Überbelichtungen informiert wird
  • Histogramm kontrollieren, am Mond darf nichts blinken, wenn ja, dann auf Minus korrigieren.
  • Bei „Stress“ eine 3er Belichtungsreihe mit 1 oder 1 1/2 EV-Unterschied aufnehmen
  • Piep-Ton einschalten – Canon und Nikon-Kameras können  bei erfolgter Scharfeinstellung ein akustisches Signal abgeben
  • Sonst, wenn möglich die visuelle Kontrolle durch Schärfepeak einschalten
  • Wo und wie kann ich auf 5- oder 10fache Scharfeinstellung gehen
  • Unbedingt Raw-Format nutzen

Und wenn es die Zeit erlaubt, einfach mal abends beim normalen Mond ausprobieren

Mit welchen Apps will ich arbeiten?

Unbedingt vorher ausprobieren, denn die beiden umfangreichsten, die PhotoPills oder PlanIt for Photographer (Android und 10,99 € IOS) benötigen eine längere Einarbeitung.

Aber auch andere wie  The Photographer’s Ephemeris (5 €) müssen vorher geübt werden

  • Außerdem einmal Kompass am Smartphone einschalten und schauen wie er eventuell kalibriert werden muss
  • Wen möglich den Aufnahmeort überprüfen
  • Ist er dunkel genug
  • Genug Abstand zu meinem Motiv
  • Wo, die App kann es zeigen, wird der Mond aufgehen wird 

Objektiv und Ausrüstung

  • Teleobjektiv bis 200 Millimeter in der Landschaftsfotografie, wenn die Landschaftsdetails nicht mehr als 1 km entfernt sind, bis 800 mm, wenn der Vordergrund mehrere Kilometer entfernt ist. Das sind Angaben für das Vollformat, APS und alle anderen mit Cropfaktor kommen mit der Hälfte (auf dem Objektiv angegebenen Brennweitenwert) aus.
  • Stativ (hier unbedingt den Bildstabilisator am Objektiv deaktivieren)
  • Fernauslöser
  • Sinnvoll Smartphone zur Steuerung
  • Bei DSLRs: Spiegelvorauslösung aktivieren
  • kurze Belichtungszeit (Bewegungsunschärfe des Mondes kann schon bei 1/60 Sekunde auftreten)
  • lieber 400 ISO und 1/250 Sekunde Belichtungszeit als 1/30 mit 100 ISO. Wer nach Histogramm belichtet hat wenig Probleme mit Rauschen und die aktuellen Entwicklungsprogramme kommen damit sehr gut zurecht.
  • mindestens um 2/3 bis 2 Blenden abblenden (im Vergleich zur Anfangsblende)
  • Weissabgleich auf Tageslicht oder einen Wert um 6200 Kelvin einstellen
  • Kein Blitzlicht nutzen
  • Fokus – wie immer bei Stativaufnahmen auf manuell stellen und in diesem Fall nicht auf den Mond scharf einstellen, sondern auf das Hauptmotiv in der Landschaft und über hyperfokale Einstellung die Entfernung und Blende wählen.
  • Unbedingt Raw-Format nutzen
  • Histogramm kontrollieren, am Mond darf nichts blinken, wenn ja, dann auf Minus korrigieren.
  • Bei „Stress“ eine 3er Belichtungsreihe mit 1 oder 1 1/2 EV-Unterschied aufnehmen

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