stimmungsoller Vollmond

Mondfinsternis und Vollmond Fototipps

Der Mond als Motiv –
Welche App oder Webseiten helfen weiter –
Notwendige Ausrüstung und Zubehör –
Ein Stativ ist ein Muss –
Nicht ohne Fernauslöser –
Was ist das richtige Objektiv –
Wo soll der Fokus hingelegt werden –
Der ideale Belichtungs-Modus –
Nur im Raw-Format fotografieren –
Mehr Infos zu Photo Pills –
Checkliste für Mondbilder, auch Mondfinsternis

Es geht auch ohne exteme Telebrennweiten, wenn die Landschaft das Hauptmotiv ist

Der Mond als Motiv

Der Mond hat schon seit Jahrtausenden die Menschen fasziniert. Er ist ein Symbol für Wechsel und Wandel, in der Astrologie steht er für Emotionalität, Unbewusstes, Fürsorge, Fantasie, Romantik, Geborgenheit, Gemütlichkeit und als Stimme des eigenen Gewissens.

Der Mond ist auch ein unerlässliches Requisit der Landschaftsromantik. Manchmal steht er als Symbol für eine bestimmte, meist romantische Stimmung, wird selbst zum Handlungsort wie bei „Peterchens Mondfahrt“ oder bei „Münchhausen“. Aber auch deutsche Dichterfürsten von Eichendorff über Morgenstern und selbst der junge Johann Wolfgang Goethe haben ihn beobachtet, bewundert und in der Literatur verewigt. Bei Brecht ist es der Bilbao-Mond, der Mond von Alabama und der Mond über Soho. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Volkslieder, die den Mond besingen wie “Der Mond ist aufgegangen” (Claudius) oder “Guter Mond, du gehst so stille” sind die bekanntesten der bis etwa zur Jahrhundertwende entstanden Mondgedichte.                                                       zum Anfang

Vollmond – Oktoberfest

Für uns Fotografen gibt es zwei Motivbereiche, bei denen der Mond eine wichtige Rolle spielt.

  1. Der Mond allein ist das Motiv. Das ist mit allen Kameras und längeren Brennweiten als 200 mm kein Problem. Eine APS-Kamera oder Micro-four-thirds-Kamera haben dann durch den Cropfaktor deutliche Vorteile und liefern so ganz schnell einen Riesenmond. Wer es dann noch genauer wissen will, orientiert sich an der Astrofotografie bis hin zum Einsatz mit Teleskopen und automatischer Nachführung, so dass selbst bei langen Belichtungszeiten der Mond oder die Milchstraße ohne Bewegungspuren abgebildet wird.
  2. Für alle, die sich als Landschaftsfotografen fühlen ist der Mond in ihren Bildern immer ein fotografisches Highlight. Ein spuckender „Old Faithfull“ im Yellowstone kann schon eine spannende Aufnahme ergeben. Doch ein aufgehender und gelb leuchtender Vollmond im Hintergrund lässt das Herz eines jeden Fotografen höher schlagen. Das kann man zwar recht gut – und sogar schon zu Hause – planen, doch dann muss immer noch das Wetter mitspielen und hier beim beschriebenen Beispiel spuckte „Old Faithfull“ noch einmal eine große Fontäne in den Himmel, als der Mond auftauchte und hat sich dann wieder zur Ruhe begeben.
Vollmond über Geysir im NP Yellowstone, NP
Vollmond mit “Old Faithfull”, NP Yellowstone
  1. Ein 100%iger Vollmond ist nicht immer und überall zu einer für uns Fotografen brauchbaren Lichtsituation einzufangen. Manchmal erscheint er erst, wenn es auch schon fotografisch stockfinstere Nacht ist. Viel einfacher sind „Vollmondaufnahmen“ (98%) mit einem kleinen Trick:
  2. Am Tag vor dem echten Vollmond erscheint der leuchtende Himmelskörper zeitnah zum Sonnenuntergang, mal ein paar Minuten vorher, mal etwas später. Aber fotografisch ist es noch wie beim Fotografieren zur Blauen Stunde. Die Helligkeitsunterschiede zwischen Landschaft und Mond sind gut beherrschbar. Die Belichtungszeiten können bei verhältnismäßig niedrigen ISO-Werten noch recht kurzgehalten werden.
  3. Sobald der Mond höher steht, leuchtet er deutlich intensiver und verlangt kurze Verschlusszeiten, die die Landschaft rundherum in der Dunkelheit verschwinden lassen. Dann können nur noch fotografische Tricks wie eine Belichtungsreihe für HDR-Aufnahmen und/oder anschließend Photoshop mit Maskierungstechnik weiterhelfen. Bei den Belichtungsreihen vom Mond in der Landschaft versagen viele HDR-Programme, sie schaffen es nicht die „Geisterbilder“ durch die Mondbewegung zwischen den einzelnen Aufnahmen ausreichend zu eliminieren. Ein Praxistest mit den aktuellen Programmen wird zum Wochenende hier zu finden sein.  zum Anfang

Welche App oder Webseiten helfen weiter

Unter https://www.mondverlauf.de oder https://www.mooncalc.org/ lässt sich das Fotografieren der Mondfinsternis recht gut planen. Man setzt den Markierungspunkt auf die Location, die im Bild zu sehen sein soll. Nun muss man diesen roten Punkt verschieben, aber so, dass die gelbe Mondlinie beim Motiv bleibt. So sucht man den Standpunkt, von dem aus fotografiert werden kann. Dieses Programm gibt es auch als kostenlose Smartphone App.

Zwei weitere bekannte Apps sind Moonseeker, die es scheinbar nur noch für IOS gibt. Bekannter ist The Photographer’s Ephemeris (3,99 €) Mit jeder dieser App fürs Smartphone ist es recht einfach zu planen, wie der Mond in die Landschaft oder in eine Stadtsilhouette eingeplant werden kann.

PhotoPills auf dem Smartphone

Doch mein Favorit, die wirklich beste App für alles, was mit Sonne Mond und Sterne zu tun hat, heißt PhotoPillls. Diese App kostet 10,99 €, ist jeden Cent davon wert und dürfte für manchen Hobbyfotografen speziell für Einsteiger in diesen Motivbereich zu umfangreich sein. Die sehr ausführlichen schriftlichen Anleitungen oder Schulungsvideos sind leider alle in Englisch. Aber sehr gut erklärt und bei der Vielfalt der Möglichkeiten geht es nicht ohne die Unterlagen. Wer sich informieren möchte, was mit dieser App alles möglich ist, findet unter diesem Link ausführliche Informationen zur App.

Gute Bilder verlangen nicht nur Planung sondern auch eine Vorbereitung, so ist es empfehlenswert, die Location schon vorher einmal aufzusuchen, um zu prüfen, ob beispielsweise nicht gerade große Baukräne im Motiv zu sehen sind oder andere störende Elemente.Dann lässt sich auch der Aufnahmestandpunkt schon sehr genau festlegen und wenn er dann mitten auf einer Wiese liegt, kann man rechtzeitig Kontakt mit dem Besitzer aufnehmen und sich eine Genehmigung holen.  zum Anfang

Notwendige Ausrüstung und Zubehör

  • Unerlässlich – Stativ
  • Fernauslöser,
  • Stirnlampe

Ein Stativ ist ein Muss

Ganz gleich, ob der Mond zur blauen Stunde oder zur späteren Zeit das Motiv ist, ohne Stativ geht es nicht. Selbst am hellen Tag und beim Einsatz einer Tele-Brennweite,  die vier oder fünfmal das Motiv vergrößert, ist die Verwacklungsgefahr auch vier bis fünfmal größer. Die Faustregel aus der analogen Fotografie, dass der Kehrwert der Brennweite (200 Millimeter Brennweite ergibt einen Kehrwert von 1/ 200 s) gilt so nicht für die digitale Fotografie. Für hochwertige Spitzenkameras mit 30 bis 40 Millionen Pixel wird für die Freihand-Fotografie ein 4- bis 5-facher Kehrwert empfohlen Das bedeutet bei 200 Millimeter sollte die Freihand-Aufnahme ohne Stabilisator nicht länger sein als 1/1000s und mit Stabilisator nicht länger sein als 1/500 s. In der Dämmerung – Blauen Stunde – oder zur Nacht ist die Gefahr des Verwackelns noch viel größer. Deshalb Stativ aufbauen und alles in Ruhe ausrichten. Das Stativ hat noch mehrere große Vorteile, einmal kommt Ruhe in den gesamten Aufnahmeprozess, denn es heißt nicht umsonst hektische Fotografen schießen auch hektische Bilder und Stativfotografen schärfere. Und der zweite Vorteil, wenn der Fotograf sich dann noch angewöhnt, nicht nach jeder Aufnahme die Kamera zu verstellen, um aufs Display zu schauen, wird der Bildausschnitt nicht verändert. So gibt es für die Entwicklung mehr „Spielmaterial“. Eine zweite oder dritte Aufnahme mit gleichem Ausschnitt kann hinterher in Photoshop für eine weitere gemeinsame Bearbeitung (digitale Doppelbelichtung oder einfachen Maskierungstechniken…) herangezogen werden.

München Oktoberfestaufbau bei Vollmon
Seit wenigen Tagen wird die Wiesn 2019 aufgebaut – auch bei Vollmond – mal in SW

Wünschenswert ist es auf dem Stativ einen 3-D-Kopf zu verwenden, denn jeder normale Kugelkopf gibt bei schwereren Objektiven nach und verändert durch leichtes Absinken des Objektivs den Bildausschnitt. Abhilfe kann hier eine L-Schiene bieten, so dass das Objektiv auch bei Hochformat nicht schräg am Stativkopf hängt, sondern im Schwerpunkt befestigt ist. Doch das Stativ allein reicht manchmal nicht, insbesondere wenn ein strenger Wind weht.

Ist das Stativ nicht stabil genug, lohnt es sich ein Netz oder eine Tasche mit Steinen oder Sand zu füllen und unten an das Stativ zu hängen. Häufig ist auch die Fototasche ein guter Stabilisator für das Stativ und die Ausrüstung ist immer in Sichtweite.                                                              zum Anfang

Nicht ohne Fernauslöser

Ein weiteres MUSS: Ein Fernauslöser. Ganz gleich ob direkt an der Kamera, per Funk, per USB oder per WLAN die Auslösung aktiviert wird. Die kleinen IR-Auslöser sind nicht empfehlenswert.

Ich persönlich bevorzuge immer noch den einfachen direkten Kabelkontakt oder die Steuerung über das Smartphone. Dabei sollte das Handy nicht an der Kamera, sondern irgendwo am Stativ angebracht werden. Software wie etwa die kamera-eigene oder etwa die von Myops und auch spezielle Funkauslöser erlauben das Programmieren von Sequenzen, Serien und automatisierten Belichtungsreihen ohne, dass der Fotograf die Kamera direkt berühren muss. Wichtig bei allen Stativaufnahmen, um die Zeit zwischen Auslösen und der eigentlichen Aufnahme zu verkürzen, sowie jede zusätzliche Gefahr der Erschütterung zu vermeiden ist die aktivierte Spiegelvorauslösung. Diese sollte bei allen digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt werden. Zur Not kann das erschütterungs-reduzierte Auslösen während des LiveViews erfolgen, denn dann ist schon der Spiegel hochgeklappt. Als weitere Notlösung oder zusätzliche Sicherung ist dann immer noch der Selbstauslöser mit 2 Sekunden.                                                                                                                         zum Anfang

Was ist das richtige Objektiv

Alle Telebrennweiten sind bestens geeignet, wenn der Mond in der Landschaft, einer Stadtsilhouette oder ein zusammen mit einem anderen irdischen Motiv (bekanntes Beispiel: Akropolis mit Vollmond) zusammen abgebildet werden soll.

Bevor hier weiter von Brennweiten mit Millimeter-Angaben geschrieben wird, etwas Grundsätzliches: Beim Vollformat ist 50 Millimeter die normale Brennweite, beim APS-Format sind es etwa 30 Millimeter, bei Olympus, Fuji und allen Kameras mit dem Cropfaktor 2 ist die tatsächliche, die normale Brennweite 25 Millimeter. Den Cropfaktor sollte man vergessen, sondern besser ist es von der Normal-Brennweite auszugehen. Wenn auf dem Objektiv 200 Millimeter steht, so bedeutet das beim Vollformat 200/50=4, das Motiv wird also 4-mal größer abgebildet oder der Fotograf kann bei gleicher Abbildungsgröße 4-mal weiter weg sein. Bei APS: 200/30= eine 6-mal größere Abbildung, vergleichbar mit einem starken Fernglas. Ich selbst wechsle zwischen Mittel-, Voll- und APS-Format ohne Probleme, da ich nicht in Brennweiten denke, sondern in Bildausschnitten. Will ich bei allen Formaten den gleichen Ausschnitt haben, dann gilt der Cropfaktor für meine Füße, denn bei APS muss ich weiter weg sein, eben um den Faktor 1,5, das bedeutet, statt beispielsweise aus 3m bei Vollformat zu fotografieren, muss ich nun 4,5 m entfernt sein.

Die Brennweite, die zum Einsatz kommen sollte, hängt vom Motiv ab. Für reine Mondaufnahmen sind alle Vergrößerungen über das 7-fache wünschenswert (Vollformat 300 mm, APS ca. 200 mm und Fuji mehr als 150 mm). Je größer die Brennweite, umso besser.

Für Landschaftsaufnahmen hängt es vom Hauptmotiv des Vordergrundes ab. Grundsätzlich gilt: Je weiter das Grundmotiv entfernt ist, umso größer wirkt dazu der Mond. Deshalb ist der ideale Aufnahmestandpunkt so weit wie möglich weg vom Hauptmotiv. Bei den Bildbeispielen hier war das die größtmögliche Distanz und deshalb wurden hier nur Brennweiten mit 3- bis 4facher Vergrößerung eingesetzt. nach oben

Wo soll der Fokus hingelegt werden.

Wer nur den Mond fotografiert, muss nicht lange überlegen. Sobald die Kamera auf ein Stativ gesetzt wird, sollte der Stabilisator ausgeschaltet und die AF-Einstellung sollte auf den manuellen Modus eingestellt werden. Nun können viele Kameras den Bildausschnitt mit 5- oder sogar 10-facher Vergrößerung darstellen, so lässt sich die Schärfe wirklich genau, Millimeter genau einstellen, denn es soll ja mit gößtmöglicher Blendenöffnung fotografiert werden. Fokus-Peaking und alle Einstellhilfen der Kamera sollen genutzt werden. 

Anders sieht es aus, wenn der Mond in einer Landschaft oder zusammen mit einem irdischen Motivdetails aufgenommen werden soll.

Ich weiß, dass es speziell in Deutschland als normal gilt, die Schärfe auf den Mond zu legen und die mehr oder weniger große Unschärfe des Vordergrundes als kreative Lösung zu verkaufen. Doch das entspricht nicht unserem Sehen, unsere Sehgewohnheit.: Die Schärfe sollte da beginnen, wo das Motiv beginnt. Bitte nicht allein auf den Höhepunkt, wie ein diesem Fall der Mond, konzentrieren. Man stelle sich einmal Ansel Adams „Mondaufgang über Neu-Mexiko“ nur mit scharfem Mond und leicht bis mittelstarker Unschärfe der Landschaft vor. Es wäre nie der Klassiker der Fotografie geworden. Wer es nicht glaubt, einfach ausprobieren und zwei Aufnahmen mit unterschiedlicher Einstellung vornehmen.

Wie weit der Mond bei der Einstellung auf das Hauptmotiv noch scharf abgebildet wird, hängt von der verwendeten Blende ab. Hier hilft eine Tabelle mit der hyperfokalen Scharfeinstellung – etwa wie hier bei den Raisting-Beispielen in 800m bis mond-unendlich bei 200 mm Brennweite. Bei einer Einstellung bei Blende 4 auf 800m reicht dann der Schärfebereich von 603 m bis zum Mond. Wird auf hyperfocal eingestellt, dann ist liegt der Einstellpunkt bei 400 m. Laut PhotoPills ist das bei Blende 4 und der Leica dann der Schärfebeginn bei 333 mm und bei der Canon EOS 5 Mark III sind es 416 m. Dann ist von vorne bis einschließlich Mond alles im Scharfentiefebereich.                                    zum Anfang

Der ideale Belichtungs-Modus

Das ideale Belichtungsprogramm ist für mich A, bei Canon Av. A steht für Aperture-Prioirity oder Value – oder einfach für Auf- und Abblenden- als Blendenvorwahl. Selbstverständlich ist auch das Belichtungsprogramm „M“ ist eine sehr gute Lösung.

Immer wieder findet sich im Internet die Empfehlung die Messmethode auf Spot zu stellen. Doch dabei wird vergessen, dass der angemessene Spot stets ein mittleres Grau ergibt und der Mond ist dann in der Mitte des Histogramms recht dunkel und nicht am rechten Rand des Histogramms zu finden, wo er auf Grund seiner Helligkeit hingehört (aber er darf nicht „Blinken“, denn dann war es des Guten zu viel an Belichtung). Bei Spotmessung muss stets mit einer zusätzlichen Belichtungskorrektur (oder bei M mit einer längeren Verschlusszeit) fotografiert werden

Die Spot-Messung mit leichter Plus-Korrektur damit das Histogramm aus der Mitte nach rechts verschoben wird, ist praxisgerecht, wenn nur der Mond das Fotosujet ist. Statt Korrektur kann dann auch eine Belichtungsreihe mit 1 1/2 EV-Unterschied sinnvoll sein.

Der Mond wandert beim Fotografieren mit dem Teleobjektiv erstaunlich schnell durch das Bild. Die Belichtungszeiten müssen deshalb verhältnismäßig kurz sein, kürzer als 1/200 s. Lieber den ISO-Wert erhöhen – bei neuen Kameras auch bis 3200 ISO – als eine zu lange Belichtungszeit riskieren. Die aktuellen Bildbearbeitungsprogramme können damit sehr gut umgehen.                 zum Anfang

Nur im Raw-Format fotografieren

Es sollte unbedingt im RAW-Format fotografiert werden. Sinnvoll kann es sein, auch zusätzlich das JPG-Format einzustellen. Das JPG kann dann schnell weiter verwendet werden etwa um es dann ans Smartphone für Instagram, WhatsApp oder Facebook zu senden. Wenn das angestrebt wird sollte der Farbraum auf sRGB stehen. Nur wer einen kalibrierten Monitor sein Eigen nennt sollte den deutlich größeren Adobe RGB-Farbraum einstellen. Doch nicht vergessen, JPGs wieder als sRGB speichern.

Der Weissabgleich sollte manuell vorgenommen werden, auf Sonnenschein oder das Haus mit Schatten (6200 Kelvin). Ein automatischer Weissabgleich reduziert die Farbveränderungen des Mondes und reduziert das Blau der Blauen Stunde. Für die RAW-Bilder ist das kein Problem, aber die JPGs neigen dann häufig zu blassen Farben.

Mehr Infos von PhotoPills

Hier ein englischsprachiger Beitrag zu Vollmondfotografie und ein englischsprachiges E-Book speziell zum Fotografieren einer Mondfinsternis mit PhotoPills.

Checkliste für Mondbilder, auch Mondfinsternis

Vorbereitung. Was wird neben der Fotoausrüstung eventuell noch benötigt?

  • Taschenlampe, besser Stirnlampe – Smartphone verbraucht viel Energie und wird wahrscheinlich für einige Apps dringend benötigt.
  • Ein Rotfilter vor der Stirn- oder Taschenlampe ist hilfreich.
  • Smartphone- Für ein externes Ladegerät sorgen, so dass das Smartphone im Auto oder noch besser mit externem Akku Pack aufgeladen werden kann. Die neuesten Geräte zeigen die Kapazität und den Ladezustand an. Unbedingt ein paar Tage vorher aufladen.
  • Akku und Ersatz Akkus vorher noch einmal aufladen. Bei Liveview kann die Batterie – falls älter als 3 Jahre – schon nach 2 Stunden lehr sein. Meine Ladegeräte lassen sich an der Autobatterie oder am Akkupack unterwegs verwenden.
  • Motordrive – wer häufiger Nacht– oder Mondaufnahmen fotografieren möchte, sollte rechtzeitig über einen batterie- oder akkubetrieben  Motordrive bei seiner DSLR nachdenken, denn die gibt es mittlerweile schon  80 €.
  • Batterien für Fernauslöser und Blitzlicht überprüfen, aufladen oder Ersatzbatterien besorgen. 
  • Campingstuhl – damit man nicht stundenlang neben der Kamera stehen muss.
  • Getränke, Thermokanne mit Warmgetränk, denn auch im Jul kann es gegen Mitternacht noch recht kalt werden. Doch mehr stört eventuell der Wind. Andere Getränke?
  • Batterien für Fernauslöser und Blitzlicht überprüfen, aufladen oder Ersatzbatterien besorgen.
  • Schutzfilter abnehmen – außer Astrofilter – 
  • Wichtiger – Gegenlichtblende –  auch oft Sonnenblende genannt benutzen
  • Alle Kamerafunktionen ausprobieren oder einstellen wie Belichtungsprogramm A (Av) oder M
  • Wo ist die Spiegelvorauslösung (bei DSLR)
  • Wo ist die Abblendtaste (auch bei Spiegellosen)
  • ISO-Automatik abschalten und 200 ISO einstellen
  • Ist die Überbelichtungswarnanzeige oder das Zebra eingeschaltet, damit man nach oder vor der Aufnahme über Überbelichtungen informiert wird
  • Histogramm kontrollieren, am Mond darf nichts blinken, wenn ja, dann auf Minus korrigieren.
  • Bei „Stress“ eine 3er Belichtungsreihe mit 1 oder 1 1/2 EV-Unterschied aufnehmen
  • Piep-Ton einschalten – Canon und Nikon-Kameras können  bei erfolgter Scharfeinstellung ein akustisches Signal abgeben
  • Sonst, wenn möglich die visuelle Kontrolle durch Schärfepeak einschalten
  • Wo und wie kann ich auf 5- oder 10fache Scharfeinstellung gehen
  • Unbedingt Raw-Format nutzen

Und wenn es die Zeit erlaubt, einfach mal abends beim normalen Mond ausprobieren

Mit welchen Apps will ich arbeiten?

Unbedingt vorher ausprobieren, denn die beiden umfangreichsten, die PhotoPills oder PlanIt for Photographer (Android und 10,99 € IOS) benötigen eine längere Einarbeitung.Aber auch andere wie  The Photographer’s Ephemeris (5 €) müssen vorher geübt werden

  • Außerdem einmal Kompass am Smartphone einschalten und schauen wie er eventuell kalibriert werden muss
  • Wen möglich den Aufnahmeort überprüfen
  • Ist er dunkel genug
  • Genug Abstand zu meinem Motiv
  • Wo, die App kann es zeigen, wird der Mond aufgehen wird 

Objektiv und Ausrüstung

  • Teleobjektiv bis 200 Millimeter in der Landschaftsfotografie, wenn die Landschaftsdetails nicht mehr als 1 km entfernt sind, bis 800 mm, wenn der Vordergrund mehrere Kilometer entfernt ist. Das sind Angaben für das Vollformat, APS und alle anderen mit Cropfaktor kommen mit der Hälfte (auf dem Objektiv angegebenen Brennweitenwert) aus.
  • Stativ (hier unbedingt den Bildstabilisator am Objektiv deaktivieren)
  • Fernauslöser
  • Sinnvoll Smartphone zur Steuerung
  • Bei DSLRs: Spiegelvorauslösung aktivieren
  • kurze Belichtungszeit (Bewegungsunschärfe des Mondes kann schon bei 1/60 Sekunde auftreten)
  • lieber 400 ISO und 1/250 Sekunde Belichtungszeit als 1/30 mit 100 ISO. Wer nach Histogramm belichtet hat wenig Probleme mit Rauschen und die aktuellen Entwicklungsprogramme kommen damit sehr gut zurecht.
  • mindestens um 2/3 bis 2 Blenden abblenden (im Vergleich zur Anfangsblende)
  • Weissabgleich auf Tageslicht oder einen Wert um 6200 Kelvin einstellen
  • Kein Blitzlicht nutzen
  • Fokus – wie immer bei Stativaufnahmen auf manuell stellen und in diesem Fall nicht auf den Mond scharf einstellen, sondern auf das Hauptmotiv in der Landschaft und über hyperfokale Einstellung die Entfernung und Blende wählen.
  • Unbedingt Raw-Format nutzen
  • Histogramm kontrollieren, am Mond darf nichts blinken, wenn ja, dann auf Minus korrigieren.
  • Bei „Stress“ eine 3er oder 5er Belichtungsreihe mit 1 oder 1 1/2 EV-Unterschied aufnehmen
  •  zum Anfang

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